Martaˋs Tagebuch

Ihr Lieben,

ich freue mich total, euch mal wieder eine kleine Geschichte aus Martaˋs Tagebuch hier vorstellen zu dürfen. Die liebe Trixie hat sie mir geschickt und ich muss sagen, in jedem ihrer so schön geschriebenen Sätze erkenne uns hier wieder. Danke, für diesen wunderschönen&amüsanten Text.

 

 

LIEBEN was wir machen

Liebes Tagebuch, bin schon wieder kräftig gewachsen. Kann auch schon viele tolle Dinge sagen und finde mich selbst äußerst gut. Meine Mami und mein Papi finden mich auch ziemlich gut, wenn ich nicht gerade wieder Dinge unternehme, die sie als anstrengend bezeichnen. Ich will nur die Welt entdecken. Möchte Kleider tragen und mit Mamas Klackerschuhen durch die Gegend flitzen. Ich möchte ihre Schminke teilen und sehen, was daraus wird, wenn ich sie an diesen schönen, großen Spiegel schmiere. Ich möchte wissen was passiert, wenn ich Mamis Nagellack auf den Boden kullern lasse. So wie neulich. Da nannte es meine Mami ein Drama -und rief weinend meine Omi um Hilfe. Er zerbrach und machte sich auf Papis neu eingebautem Holzboden breit. Sah so schön kräftig rot aus! Ich finde es spaßig, meine Hände im Klo zu waschen. Darauf sitzen finde ich eher gruselig, darin zu patschen witzig. Das verstehen Omi und Mami ganz und gar nicht. Sie erzählen mir immer wieder wie toll es wäre, wenn Martalein ein Plumps ins Klo machen würde und dass wir es ja auch schon ein Mal geschafft hätten. Mehr schlecht als recht. Das fand ich nämlich gar nicht gut. Ich saß auf diesem Thron und musste so dringend, dass es einfach PLOPP gemacht hat. Während Omi und Mami mit freudigen Augen und klatschenden Händen vor mir standen, habe ich mich so sehr erschrocken, dass ich ganz dolle weinen musste. Da haben wir es wieder. Es gibt so viele Dinge, die sie gut finden und ich nicht und genauso auch andersherum. Ich finde es total aufregend, Mamis Nachtschränkchen zu plündern. Finde da immer was zu naschen und sehr amüsant meine schokoladigen Hände an ihrer Bettwäsche abzureiben. Da sieht man wenigsten was man schaffen kann. Ich finde es so lustig, das Wasser beim Trinken ganz langsam wieder aus meinem Mund fließen zu lassen oder den Becher am Rande meines Mundes zu leeren. Danach „IHHHH-BAHHHH NASS“ zu rufen! Werde so oder so nach jeder Mahlzeit umgezogen. Außer wir machen PAPI-TAG. Der nimmt das nicht so streng und manchmal darf ich auch den ganzen Tag im Schlafi bleiben. Wenn wir ausgehen, zieht er mir nur ein hübsches Kleidchen darüber. Ich mag dieses An- und Ausgeziehe sowieso nicht so gerne. Papi ist so toll! Mami auch – aber anders. Ich finde es großartig, Mamis Waschmaschine mit sämtlichen Dingen zu füllen. Neulich habe ich mein Windelpacket hineingelegt und Mami hat es mit all der anderen Wäsche gewaschen. Das fand Mami schon gar nicht gut. Noch viel weniger gut fand sie, als ich Papis Cashmere Pulli (ohne, dass sie es merkte) reingelegt habe. Papi lässt ohnehin immer seine Klamotten überall herumliegen und bekommt mächtig schimpfe von Mami. Ich wollte nur für Ordnung sorgen, Mami aber fluchte: „Martaaaa!!! bitte wie soll ich das deinem Vater erklären? Der wird mir im Leben nicht glauben, dass du dieses Desaster fabriziert hast“. Ich denke, er wird es ihr schon glauben. Doch das ändert nichts daran, dass ich seine allergrößte PRINZESSIN bin. Mamis Freundin Emmi hat zwei Jungs. Sie findet mich großartig. Liebt es, wenn ich schicke Kleidchen trage. Sie sagt dann immer, dass sie auch so gern ein Mädchen, wie mich hätte. Mami meint, dass ich mindestens so wild wäre wie fünf Jungs und eine DIVA wie ein richtiges Mädchen. Sie sei auch manchmal sehr froh, wenn Schlafi-Zeit einkehrt und ich im Schlummer-Marta-Land stecke. Glaube alles richtig zu machen. Immerhin flüstern sie mir jeden Abend, wie glücklich sie darüber sind, dass es mich gibt. Ich denke, wir Kleinen Menschen, haben alles geschafft, wenn wir die Großen, an den Punkt gebracht haben, wo sie selbst merken, dass es der Welt nichts antut, sie aus unserem Blickwinkel zu sehen und in ihr so zu leben. Wir zerstören nicht, sondern wir lieben einfach nur das was wir machen.

 

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